Aktuelles

Büchereien dürfen ab dem  11.05 wieder öffnen, das heißt, dass die Gemeindebücherei am 
Mittwoch den 13.05. das erste Mal wieder geöffnet hat.

Die Hinweise zur einhaltung der Hygieneregeln finden Sie unter dem folgenden Link:

http://www.redaktionsbuero-hepp.de/buch/

Euerbach, 14.05.2020
Gemeindeverwaltung

 

Zu Beginn der ersten Sitzung des Gemeinderates in der Amtsperiode 2020 bis 2026 legten die neuen Mitglieder vor der Ersten Bürgermeisterin Simone Seufert den Eid ab. Neugewählt wurden Uwe Böhm, Steffen Brandt, Jochen Kraft, Johannes Schäfer, Andreas Schraut, Kurt Stark, Jonas Weigand, Markus Wüllerich und Alexander Zirkel.

Im Anschluss legte das Gremium fest, dass zwei weitere Bürgermeister gewählt werden. Zur neuen Zweiten Bürgermeisterin wurde Gabriele Jakob gewählt. Dritter Bürgermeister Manfred Peter bleibt weiterhin im Amt. Alle drei Bürgermeister wurden noch zu Standesbeamten berufen.

P1010388

 v.l.n.r.: Jochen Kraft, Uwe Böhm, Andreas Schraut, Daniel Höfer, Zweite Bürgermeisterin Gabriele Jakob,
Markus Wüllerich, Johannes Schäfer, Bernd Weiß, Steffen Brandt, Erste Bürgermeisterin Simone Seufert,
Alexander Zirkel, Sandra Raditsch, Kurt Stark, Günter Hutter, Dritter Bürgermeister Manfred Peter,
Jonas Weigand, Andrea Lettowsky

 P1010376

 

In der ersten Sitzung des neu gewählten Gemeinderates leistete Erste Bürgermeisterin Simone Seufert den Diensteid. Gemeinderat Uwe Böhm sprach die Eidesformel vor.

Zu Beginn der Sitzung begrüßte sie alle Gemeinderatsmitglieder, insbesondere die neu gewählten Kollegen, und die anwesenden Bürgerinnen und Bürger. Ein besonderer Gruß galt dem ehemaligen Ersten Bürgermeister Arthur Arnold, dem ehemaligen Zweiten Bürgermeister Ewald Schirmer und allen ehemaligen Mitgliedern des Gemeinderates.

Die Vorsitzende machte deutlich, dass ihr die Verantwortung des Amtes bewusst ist. Ihr Ziel besteht darin, konstruktiv mit dem Gemeinderat und den Bürgerinnen und Bürgern zusammen zu arbeiten. Mit Sachpolitik lösungsorientierte Ansätze zu erreichen und respektvoll miteinander umzugehen, ist ihr besonders wichtig.

 

„Ich habe keinen Tag bereut“

AA Abschied

In 24 Jahren als Bürgermeister und zuvor sechs Jahre als Gemeinderat hat Arthur Arnold die Gemeinde Euerbach nachhaltig geprägt, weiterentwickelt und für die Zukunft aufgestellt. Vier Amtsperioden lang engagierte er sich mit viel Energie und mit unzähligen Projekten für die drei Gemeindeteile, an seiner Seite 24 Jahre lang der zweite Bürgermeister Ewald Schirmer aus Obbach.

Beide verabschiedeten sich zum 1. Mai aus ihren Ämtern, gemeinsam mit sieben weiteren Gemeinderatsmitgliedern: Margit Büttner (seit 2014), Verena Gerstner (seit 2014), Ursula Guggenbichler (seit 2014), Oliver Madinger (seit Februar 2020), Gerhard Müller (seit 2002), Bernd Schraut (seit 2008) und Burkard Seufert (seit 2012).

Der Slogan „Drei Dörfer – eine Gemeinde“ aus Arthur Arnolds Bürgermeister-Wahlkampf 1996 wurde zum Leitbild für die Gesamtgemeinde. „Wir waren der Überzeugung, dass je nach Erfordernissen in die Orte investiert werden muss“, blickt Arnold zurück, kein Kirchturmdenken sollte das Handeln bestimmen. Darin war er sich mit Schirmer und mit dem damaligen dritten Bürgermeister, dem verstorbenen Hermann Gessner aus Sömmersdorf, einig.

„Wir haben uns von Anfang an vertraut und aus der vertrauensvollen Partnerschaft ist eine Freundschaft geworden“, hält Ewald Schirmer am Ende seiner Amtszeit fest. Dieses Vertrauen war die Basis des Handelns, offen wurden die Themen besprochen, „es gab kein Taktieren, kein Mauscheln“, zollen sich die scheidenden Bürgermeister gegenseitig Lob.

Zu Beginn der Amtszeit herrschte besonderer Handlungsbedarf in Obbach: der bauliche Zustand, Leerstände, die Straßensituation und die Überalterung im Kernort waren augenfällig. Aus dem ursprünglich als einfaches Dorferneuerungsprojekt vorgesehenen Aschenbau-Umgriff entwickelte sich eine umfassende Dorferneuerung. Deren Projekte wurden von der Gemeinde mitfinanziert und vom Gemeinderat mitgetragen.

In knapp 20 Jahren wurden dort zahlreiche Vorhaben umgesetzt, „was zeitweise auch sehr anstrengend war“, gibt Arnold zu: Ein neues Feuerwehrhaus entstand mitten im Ort, ein neuer Dorfplatz, die Renovierung des ehemaligen Rathauses, die Sanierung der Hauptstraße – der Staatsstraße – sowie von Ortsstraßen, Kirchensanierung, neuer Kirchenaufgang, ein begehbarer Bach, ein Spielgelände am Mühlbach. Vorgesehen sind noch ein neuer Ortseingang sowie die Sanierung des Dorfgrabens. Die 1200-Jahrfeier 2013, initiiert von Ewald Schirmer, zeigte eindrucksvoll nach außen, wie sich das Dorf weiterentwickelt hatte.

Als beispielgebend in Sachen Dorferneuerung wurde das Vorzeige-Projekt „Bauhütte Obbach“ ins Leben gerufen.

Unterstützt wird von der Gemeinde auch die Zukunft am Schlossgut Obbach, „ein Pfund für das Dorf und die ganze Region“, so der scheidende Bürgermeister. Dort liegt mit der biologischen Landwirtschaft auch ein Schwerpunkt in der Öko-Modellregion Oberes Werntal.

Die Stärken aller drei Gemeindeteile sollten unterstrichen werden, war von Anfang an das gemeinsame Credo. In Sömmersdorf wurde das Passionsspiel herausgehoben, der Verein Fränkische Passionsspiele beim Bau der Bühne und der Überdachung unterstützt, ein Passionsgarten geschaffen, das Nebengebäude der alten Schule zur Passionsgalerie umgebaut. Über das Passionsspiel gelang auch die Anordnung der Dorferneuerung Sömmersdorf, deren erste öffentliche Projekte beginnen.

In Euerbach wurden die Versorgungseinrichtungen gestärkt: die Grundschule wurde generalsaniert und aktuell mit der Offenen Ganztagsschule erweitert, neue Krippenplätze für die Kleinsten in der Ortsmitte gebaut, wobei in allen drei Gemeindeteilen die Kindergärten gestärkt werden, eine Tagespflege für Senioren initiiert. Am Ortsrand entstanden Einkaufsmärkte, das Gewerbegebiet nördlich und südlich der B 303 wurde geschaffen, das viele Arbeitsplätze bietet und Gewerbesteuereinnahmen generiert.

Über die Flurbereinigung konnten viele Projekte angeschlossen werden: Vom Wegebau über den Kulturachter bis zum Grenzsteingarten.

„Wir haben immer die Gelegenheiten ergriffen“, erklärt Arnold. Sei es, um staatliche Fördermittel für (Bau-)projekte abzugreifen, sei es, um ein Netzwerk an Kontakten aufzubauen und Informationen zu erhalten, sei es Konzepte zu erstellen, um die drei Dörfer auf weite Sicht aufzustellen.

Anstrengend war, wie Arnold und Schirmer rückblickend zugeben, das Thema Windkraft. „Eine Demonstration auf dem Rathausplatz, das gab es noch nie“. Auch der Straßenbau in Euerbach war ein heißes Thema, weil dafür Ausbaubeiträge von den Anliegern eingehoben werden mussten. „Das ist jetzt schon wieder Vergangenheit“, angesichts der bayernweiten Abschaffung dieser Pflichtzahlung.

Durch den Bau der Autobahn A 71 Schweinfurt-Erfurt rückten die Anliegergemeinden enger zusammen. Arnold forcierte 2003 die Gründung der Interkommunalen Allianz Oberes Werntal und wurde deren Sprecher. Neben wirtschaftlicher Zusammenarbeit kristallisierte sich frühzeitig heraus, dass die Ortskerne gestärkt werden müssen. Innenentwicklung vor Außenentwicklung wurde ein Schwerpunkt der Arbeit, dem sich Arnold mit großem Engagement und auch großem Erfolg widmete.

Das gilt auch für Euerbach: War zu Beginn seiner Amtszeit der Siedlungsdruck noch via neue Baugebiete nach Sömmersdorf und Obbach gelenkt worden, um die Dörfer im Bestand zu stärken, so wurden ab 2002 keine Baugebiete mehr ausgewiesen, blickt der scheidende Bürgermeister zurück.

Mit dem Ende der Amtsperiode endet für den 66-Jährigen auch sein kommunalpolitisches Engagement. „Es wird ein Schnitt“, erklärt Arthur Arnold, der derzeit noch Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Euerbach ist und dem Förderverein der Pfadfinder vorsteht. Den Übergang will er noch gestalten.

ES Abschied

Auch Ewald Schirmer zieht sich aus der Politik zurück, bleibt aber noch Vorsitzender des TSV Obbach. „Es war eine sehr gute Zeit mit guten Erfahrungen“, resümiert er.

„Ich habe es keinen einzigen Tag bereut, Bürgermeister zu sein“, erklärt Arthur Arnold. „Hier kann man gestalten, etwas bewegen, das ist das attraktive an diesem Amt“.

Dritter Bürgermeister Manfred Peter würdigte den ausscheidenden Zweiten Bürgermeister Ewald Schirmer.

DSC03429

Ewald Schirmer zeichnete sich durch die Fähigkeit aus, über den eigenen Kirchturm hinauszublicken. Dabei
hat er stets die Interessen der Gesamtgemeinde vertreten. Gelegentlich hat er Sitzungen mit humorvollen
Äußerungen aufgelockert.

Er bezeichnete ihn als ehrlichen und verlässlichen Partner,
der sich zum Bedauern des Gremiums von diesem Amt verabschiedet.